ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

Harter Aufschlag - Welches Leid ein Helm vermeiden kann

Interview mit Professor Dr. Volker Hömberg, Neurologe und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Ärztlicher Direktor der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch und Mitglied des Kuratoriums der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, Bonn


Was geschieht, wenn der Kopf z.B. bei einem Fahrradunfall, ungeschützt aufprallt?
Volker Hömberg: "Wenn der Kopf auf die Straße oder eine Autoscheibe prallt, wirken kurzfristig große Kräfte auf Schädelknochen und Gehirn ein. Das Gehirn stößt von innen an den Schädel. Dort entsteht eine Blutung, Hirnzellen können absterben. Zusätzlich werden durch das Anschwellen des Gewebes Blutgefäße gequetscht, was dann wiederum zu einer Sauerstoffunterversorgung führt. Das Gehirn ist das wichtigste und empfindlichste Organ unseres Körpers, das die Natur in einer harten Kapsel verpackt hat. Bei Kindern ist der Schädel noch relativ weich und verformbar - sie sind bei einem Sturz besonders gefährdet.“

Was sind leichte, mittel und schwere Verletzungen und welche Folgen haben diese auf das weitere Leben der Kinder?
Volker Hömberg: „Eine leichte Verletzung ist z.B. die uns allen bekannte Gehirnerschütterung, eine der schwersten Verletzungen führt zu schweren Bewusstseinsstörungen wie z.B. zum apallischen Syndrom, umgangssprachlich oft auch als Wachkoma bezeichnet. Aber auch die scheinbar leichteren Verletzungen wie der vorübergehende Verlust der Sprache oder dramatische Verhaltensänderungen können Einfluss haben auf die Beschulung der Kinder und damit auf den gesamten weiteren Lebensweg.“

Welche Verletzungen kann ein Helm verhindern, welche mildert er ab?
Volker Hömberg: „Egal in welchem Alter - bei einem Sturz ist es reine Glückssache, wie schwer die Schädigung ausfällt. Deshalb sollte beim Fahrradfahren in jedem Fall ein Helm getragen werden, denn er wirkt wie ein Stoßdämpfer, indem er die Wucht des Aufpralls abfängt. So können 80% der schweren Kopfverletzungen vermieden werden. Nicht selten rettet der Helm dem Unfallopfer sogar das Leben.“

Was leistet die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Unfallopfer bzw. deren Angehörige?
Volker Hömberg: Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung berät Betroffene bzw. ihre Familien durch Information über therapeutische Möglichkeiten, Vermittlung von wohnortnahen Reha-Plätzen und gibt sozialrechtliche Auskünfte. In finanziellen Notlagen hilft sie mit einer einmaligen finanziellen Förderung. Zu ihren Hauptaufgaben gehört natürlich auch die Prävention von Unfallfolgen durch gezielte Aufklärungsarbeit über Unfallursachen und -risiken.“

Kontaktdaten:
Prof. Volker Hömberg
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Zur Schulaktion „Fahrradhelm macht Schule“:
Helm getragen. Gut gegangen - hießt es viel zu selten, denn nur etwa 45 Prozent der unter Zehnjährigen tragen einen Fahrradhelm. Diese Quote will die Aktion “Fahrradhelm macht Schule” der Deutschen Verkehrswacht erhöhen. Dazu erhielt jede Grund- und Förderschule kostenfreies Unterrichtsmaterial mit einem Film für eine Unterrichtsstunde in der 3. oder 4. Klasse zum Thema „Fahrradhelm“. Ergänzt wird die Aktion mit Elternbögen, Gewinnspielen und der Internetseite www.fahrradhelm-macht-schule.de. Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ist Schirmherr der Aktion. Partner der Kampagne sind die Zurich Gruppe Deutschland, die Hannelore-Kohl-Stiftung, die ABUS KG und die 3M Deutschland GmbH; der pressedienst-fahrrad ist Medienpartner von „Fahrradhelm macht Schule“.

„Fahrradhelm macht Schule“:
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Alexanderstraße 10, 53111 Bonn
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M: 0178 4918659
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