ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

So finden Sie den richtigen Fahrradhelm

Woran erkennt man einen guten Fahrradhelm, und wie stellt man ihn richtig ein? Präventionsexpertin Heike Müller von der Hannelore Kohl Stiftung verrät, worauf es beim Kauf und beim Tragen ankommt.

Anprobieren ist das A und O: Probieren Sie den Helm unbedingt vor dem Kauf an. Als Faustregel gilt: Auch preiswerte Helme können wirksam schützen, wenn sie richtig sitzen und richtig angepasst sind. Allerdings bieten sie häufig weniger Justierungsmöglichkeiten, passen also nicht unbedingt auf jeden Kopf. Wenn sie nicht richtig sitzen, gilt: Finger weg!

Die richtige Einstellung: Hochwertige Helme bieten zahlreiche Justierungsmöglichkeiten für die individuelle Anpassung:

  • Moderne Helme bieten ein Stellrädchen am Hinterkopf, dass es ermöglicht, den Helm auf unterschiedliche Kopfumfänge anzupassen. Diese Anpassung sollten Sie als Erstes vornehmen.
  • Als nächstes stellen Sie die Länge der Riemen ein, mit denen der Helm unter dem Kinn befestigt wird. Diese Riemen sollten ein Dreieck um die Ohren bilden, ohne diese zu berühren.
  • Achten Sie darauf, dass der Kinnriemen gut verstellbar ist, sich aber nicht von alleine verstellen kann.
  • Lassen Sie sich im Fachhandel beraten und zeigen, wie Sie den Helm richtig einstellen

Der perfekte Sitz: Der Helm muss richtig passen: Er darf nicht wackeln, aber auch nicht drücken. Wenn Sie den Kopf bewegen, muss er sitzen bleiben, auch wenn Sie die Kinngurte noch nicht befestigt haben. Auf keinen Fall darf der Helm in den Nacken rutschen!

Sicherheit unter der Lupe: Ein guter Helm deckt Stirn, Hinterkopf und Schläfen ab und verfügt über ausreichend Lüftungsschlitze sowie Polster. Der Kinnriemen muss fest schließen, darf aber nicht unbequem sitzen. Die Ohren müssen frei bleiben.

Auf Prüfzeichen achten: Der Helm sollte die Sicherheitszeichen „CE“ und „EN 1078“ aufweisen. Diese stellen sicher, dass der Helm die gültigen Sicherheitsstandards erfüllt. Ein Kopfschutz mit diesen Prüfzeichen schützt gefährdete Kopfpartien, verfügt über einen sicheren Kinnriemen und übersteht einen Aufschlag aus einem Meter Höhe. Trägt er zusätzlich das „GS“-Zeichen, hat zusätzlich der TÜV die Qualität der Produktion überprüft.

Luftig fährt es sich leichter: Ausreichend Belüftungsschlitze bieten mehr Tragekomfort vor allem in der warmen Jahreszeit. Große Schlitze an der Stirnseite lenken die Fahrtluft durch den Helm hindurch und kühlen damit den Kopf. Darüber hinaus verringern Lüftungsschlitze das Gewicht des Helms, ohne seine Schutzwirkung zu mindern.

Sehen und gesehen werden: Ein Helm mit zusätzlichen LED-Lampen hilft Radfahrern dabei, im Dunkeln für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu sein. Mittlerweile gibt es nicht nur Helme mit integrierten roten Rückleuchten, sondern auch mit weißen LEDs an der Front.

Das Design fährt mit: Kaufen Sie einen Helm, dessen Design Sie anspricht, denn Sie werden ihn nur gern tragen, wenn Sie ihn mögen. Das gilt vor allem für Kinder: Sie sollten stolz auf den Kopfschmuck sein.

Richtig reinigen: Ein feuchtes Tuch reicht zum Reinigen. Bitte auf chemische Reinigungsmittel verzichten: Sie könnten den Kunststoff angreifen und das Material schädigen.

Sorgsamer Umgang: Nur ein unbeschädigter Helm gewährleistet optimale Sicherheit. Nach einem Sturz oder Unfall brauchen Sie umgehend Ersatz, auch dann, wenn der Helm äußerlich unbeschädigt scheint. Aber auch Stöße oder unachtsames Auf-den-Boden-Werfen schaden dem Material. Sonneneinstrahlung sowie hohe Temperaturen lassen zudem Weichmacher entweichen, so dass das Material mit der Zeit ermüdet. Deshalb sollte man auch unbeschädigte Fahrradhelme nach fünf Jahren austauschen.

Aufsetzen! Tragen Sie den Helm immer - egal, ob Sie nur eine kurze Strecke unterwegs sind, nicht besonders schnell fahren wollen oder zum Beispiel durch einen Park radeln möchten. Denn es liegt in der Natur von Unfällen, plötzlich und ohne Vorwarnung zu erfolgen. Darüber hinaus sind 20 Prozent aller tödlichen Fahrradunfälle Alleinunfälle, passierten also ohne die Beteiligung von Autofahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern.


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