Grußwort von Dr. Ute-Henriette Ohoven
Liebe Preisträger des Hannelore Kohl Förderpreises,
liebe Freunde der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung,
ich bin sehr dankbar, dass wir heute die Gelegenheit haben, im Rahmen dieser Tagung gemeinsam auf 25 Jahre Fördertätigkeit zurück zu blicken und einen Ausblick auf die Zukunft der Hannelore Kohl Stiftung zu geben.
Die Gründung der Stiftung für Verletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems durch Hannelore Kohl im Jahre 1983 setzte einen Meilenstein in der öffentlichen Wahrnehmung und Versorgung von Patienten mit unfallbedingten Schädigungen des zentralen Nervensystems: Während viele andere Patientengruppen eine gut organisierte Lobby und Selbsthilfestrukturen entwickelt hatten, zeigte sich hier bei Patienten mit Schädelhirnverletzung ein großes Defizit.
Der unermüdliche Einsatz von Hannelore Kohl hat dazu geführt, dass Patienten mit unfallbedingten Schädigungen des zentralen Nervensystems eine öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz erfuhren und das Bewusstsein der Öffentlichkeit realisierte, dass diesen Patienten gut und nachhaltig geholfen werden kann.
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung steht für direkte Hilfe für Menschen mit Verletzungen des Zentralen Nervensystems. Sehr geehrte Damen und Herren, aus Ihrer täglichen Arbeit wissen Sie alle um das schwere Schicksal der Betroffenen. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen eine Schädel-Hirn-Verletzung: bei Unfällen im Straßenverkehr, durch einen kleinen falschen Tritt am Arbeitsplatz, durch Ausrutschen im häuslichen Bereich, beim Sport oder beim Spielen. Menschen, die von einer Sekunde auf die andere ihre Lebensträume verloren haben. 35.000 sind Kinder unter 6 Jahren - eine grauenvolle Zahl, die mich immer wieder erschreckt. Die Hälfte der Unfallopfer ist jünger als 25 Jahre. Junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben. Wenn diese Opfer eine Chance haben sollen, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen, benötigen Sie unsere Hilfe.
Seit ihrer Gründung ist die Hannelore Kohl Stiftung ein Kompetenzzentrum für Forschungsförderung. Jedes geförderte Projekt ist für die Betroffenen ein Lichtblick. Bisher konnten 26,2 Mio Euro aus Spendenmitteln für 543 Projekte an Kliniken, Institutionen und Reha-Einrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Nicht zuletzt unsere Fördertätigkeit hat der Neuro-Rehabilitation bei der Suche nach Erkenntnissen in der Grundlagenforschung und deren Anwendbarkeit in der klinischen Praxis geholfen.
Lassen Sie mich einen Ausblick wagen. Wir haben uns viel vorgenommen. Neben der Forschungsförderung ist die Prävention und die Beratung und Information der Betroffenen und deren Angehörigen deutlich in den Fokus der Stiftung gerückt und wird weiter ausgebaut. Wir wollen den Menschen nahe bringen, dass es sehr wohl Möglichkeiten gibt, den Kopf vor Verletzungen zu schützen. Mit Plakatkampagnen, Sicherheitskonferenzen und vielfältigen Veranstaltungen fordern wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf, einen Helm zum Schutze des Kopfes zu tragen.
Den Betroffenen und deren Angehörigen bieten wir ein vielfältiges Hilfsangebot: durch unseren Beratungs- und Informationsdienst aber auch durch Seminare, auf denen sie die Pflege und Betreuung ihres verletzten Angehörigen erlernen können. Aber auch Betroffene aller Altersgruppen erhalten in auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittenen Seminaren Hilfe und Unterstützung.
Darüber hinaus erarbeiten wir für die Zukunft gemeinsam mit Partnern Konzepte für die Versorgung, die ergänzend zu den bisherigen Systemen zum Wohle der Betroffenen umgesetzt werden können. Dazu gehört insbesondere die Vernetzung der einzelnen Organisationen, mit dem Ziel, Wissen zu bündeln, gemeinsam neue Ansätze in die politischen Entscheidungswege einzubringen und die Möglichkeiten für die Betroffenen zu erweitern.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin außerordentlich froh, dass das Lebenswerk von Hannelore Kohl weiter wächst und ich danke Ihnen allen für ihre Tatkraft, die Sie zu wirkungsvoller Hilfe für die Verletzten und ihren Familien werden lassen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich viele von Ihnen engagiert, damit die von Hannelore Kohl begonnene Arbeit in ihrem Sinne fortgeführt werden kann.
Was Hannelore Kohl begonnen hat, ist für uns alle Herausforderung und Verpflichtung für die Zukunft.
Ich würde mich sehr freuen, auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung zählen zu dürfen im Sinne und zum Wohle der Menschen, die dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind.
Ich wünsche Ihnen eine interessante und informative Veranstaltung und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.