ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

Botschafter der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Mit den Worten "ich freue mich sehr, zwei großartige Menschen zu Botschaftern der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung ernennen zu dürfen. Beiden bin ich seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden und zu tiefem Dank verpflichtet für ihre großartige Unterstützung, wann immer ich darum bat" ernannte Ehren-präsidentin Ute Henriette Ohoven anlässlich des Gedenkkonzerts für
Dr. h.c. Hannelore Kohl am 5. Juli 2011 die beiden ersten Botschafter der Stiftung:


Eva Lind

Österreichische Sopranistin
In der Opernwelt ist Eva Lind seit vielen Jahren gefeierte Sopranistin. Bereits mit 19 Jahren gab sie an der Wiener Staatsoper ihr Debüt. Im Anschluss folgte eine steile Karriere mit Auftritten auf den Bühnen weiter lesen...

Detlev Jöcker

Kinderliedermacher
Detlev Jöcker ist seit Jahren mit mehr als 12 Millionen verkauften Tonträgern der erfolgreichste deutsche Kinderliedermacher. Der renommierte Musikpädagoge ist seinen jungen Zuschauern vor allem durch weiter lesen...

Interview mit Eva Lind
ZNS: Ob in Europa, Asien oder den USA - als international bekannte Sopranistin kann das Publikum Sie auf den Bühnen der Welt erleben. Worin liegt für Sie die Faszination am Gesang?

Eva Lind: Musik ist eine Botschaft, die Menschen in aller Welt verbindet. Für mich ist es immer wieder beeindruckend zu erleben, wie sehr sich die Zuhörer von den Klängen der Oper begeistern lassen. Das ist in meiner Heimat Österreich genauso, wie auf den großen Bühnen in Deutschland, Amerika oder in China.

ZNS: Am Herzen liegt Ihnen auch das soziale Engagement für die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung.

Eva Lind: Das stimmt. Ich unterstützte bereits seit längerer Zeit die Arbeit der Stiftung für Menschen, die eine unfallbedingte Schädelhirnverletzung erlitten haben. Ute-Henriette Ohoven, Ehrenpräsidentin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung bat mich, dieses Engagement weiter fortzusetzen. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Im Rahmen des Gedenkkonzerts zum 10. Todestag der Stiftungsgründerin Hannelore Kohl in Speyer wurde ich im Juli dieses Jahres zur Stiftungsbotschafterin für musiktherapeutische Projekte ernannt. Es ist eine ganz außergewöhnliche Ehre und Verantwortung zugleich, an der von Hannelore Kohl begonnenen Arbeit mitwirken zu dürfen.

ZNS: Worin sehen Sie als Botschafterin für Musiktherapieprojekte Ihre Aufgabe?

Eva Lind: Musik steht für positive Emotionen und Freude. Mir sind durch meine Arbeit in der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung Menschen begegnet, die das Gefühl und ihre Begeisterung für Musik trotz eines schweren Unfalls nicht verloren haben. So zum Beispiel der Belcanto-Tenor Mario Andretti und der Saxophonist Stefan Tiefenbacher. Beide Musiker sind von einer Schädelhirnverletzung betroffen. Ich bin mir sicher, dass die Musik vielen betroffenen Menschen auf ihrem Weg zurück ins Leben hilft. Diesen Gedanken möchte ich fördern.

ZNS: Kennen Sie ein konkretes Beispiel, an dem die positive Wirkung von Klängen auf Menschen mit einer Schädelhirnverletzung deutlich wird?

Eva Lind: Mit Unterstützung der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung konnten im Frühjahr 2011 Instrumente für die Musiktherapie an eine Rehabilitationseinrichtung für Wachkomapatienten in Münster überreicht werden. Dazu gehört beispielsweise eine Klangliege, auf der sich Wachkomapatienten entspannen und die teils schweren Spastiken sich lösen können. Die gemeinsame Wirkung von Klängen und Resonanz hat sichtlich positive Auswirkungen auf die Patienten. Davon konnte ich mich selbst vor Ort überzeugen. Mit meiner Stimme als Stiftungsbotschafterin möchte ich diese Projekte in Zukunft verstärkt unterstützen und vorantreiben.

Interview mit Detlev Jöcker
ZNS: Herr Jöcker, Sie gelten derzeit als Deutschlands erfolgreichster Kinderliedermacher. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Jöcker: Ich glaube, dass Kinder viel unbeschwerter und einfacher mit ihrem Leben umgehen. Auch wir Erwachsene können davon lernen. Als Kinderliedermacher kann man nur Erfolg haben, wenn man diese Unbeschwertheit aufgreift.

ZNS: Zu viel Unbeschwertheit kann auch Gefahr bedeuten.

Jöcker: In der Tat. Jährlich erleiden rund 35.000 Kinder unter sechs Jahren durch Unfälle zu Hause oder im Straßenverkehr eine schwere Schädelhirnverletzung - Ursache ist oftmals Leichtsinn oder Unachtsamkeit. Im schlimmsten Falle resultiert aus dem Unfall ein Wachkoma, welches wiederum zu schwerwiegenden und möglicherweise lebenslangen Beeinträchtigungen der gesamten Lebensqualität führt. Aus diesem Grund setze ich mich für Präventionsprojekte bei der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung ein. Es ist wichtig, Kinder und Eltern für die Gefahren im Straßenverkehr nachhaltig zu sensibilisieren.

ZNS: In welcher Form geschieht dies?

Jöcker: Zum Beispiel über Projekte, wie „Fahrradhelm macht Schule“ oder den Wettbewerb „Go Ahead“ in der Schülerinnen und Schüler gemeinsam kreative Ideen zum Thema Fahrradhelm entwickeln und umsetzen können. Aber auch meine CD „Versuchs doch mal mit Köpfchen“ hilft, die Sensibilität für sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu wecken. Als Botschafter der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung möchte ich meine Bekanntheit nutzen, das Thema noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Schließlich betrifft es mich als vierfacher Vater selbst. Der Gedanke, dass meine Kinder aufgrund eines Verkehrsunfalls schwer verletzt sein könnten, ist für mich unvorstellbar.

ZNS: Warum ist speziell die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Sie ein wichtiger Partner?

Jöcker: Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung verfügt über eine langjährige Erfahrung mit dem Krankheitsbild „unfallbedingte Schädelhirnverletzung“. Sie ist Schnittstelle zu medizinischen Fachexperten, Rehabilitationseinrichtungen und bietet vor allem den Betroffenen selbst eine Plattform, um sich untereinander über ihre Situation austauschen zu können. Besonders wichtig finde ich in diesem Zusammenhang, dass die Stiftung betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch in ihrer individuellen Situation hilft. Dennoch: Idealfall ist, wenn es überhaupt nicht zu einem Unfall und damit zu einer Schädelhirnverletzung kommt. An diesem Ziel möchte ich als Stiftungsbotschafter für Kinderprojekte aktiv mitarbeiten. Ich bin mir sicher, dass wir mit weiterer Unterstützung der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung die nach wie vor viel zu hohen Unfallzahlen durch richtige Ansätze in der Präventionsarbeit auf Dauer senken können.


Die Gründerin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Hannelore Kohl
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