ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

17.05.2001
Was passiert nach dem Unfall?

Zentrum für Qualitätsmanagement der Ärztekammer Niedersachsen untersucht Versorgungsqualität bei Schädelhirnverletzten

In der Bundesrepublik Deutschland mangelt es immer noch an verlässlichen objektiven Daten über Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung von Patienten mit Schädelhirnverletzungen (SHT). Dies gilt vor allem für Erkenntnisse über die gesundheitlichen und psychosozialen Spätwirkungen, wie sie sich auch noch ein Jahr nach dem Unfallereignis für die Patienten einstellen können.

Das Zentrum für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (ZQ), eine Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen, wird daher in einer umfangreichen Befragung dieser Patientengruppe ermitteln, wie sich nach der Akutversorgung die persönliche Befindlichkeit, die Wiedereingliederung in den Alltag, die Wohnsituation sowie die medizinische und pflegerische Betreuung entwickelt haben.

Ziel dieser Studie ist es, die medizinische Versorgung einschließlich der Rehabilitation für SHT-Patienten zu optimieren sowie durch ein geschicktes Rehabilitations-Management Einfluss auf die volkswirtschaftlichen Folgekosten zu nehmen.

Bei dieser Qualitätssicherungsmaßnahme handelt es sich um den zweiten Teil eines umfassenden Projektes, das seit März vergangenen Jahres in 29 Akutkrankenhäusern sowie 28 Reha-Einrichtungen im Raum Hannover und in der Region Münster läuft.

Das SHT-Projekt wird vom KURATORIUM ZNS und der Hannelore-Kohl-Stiftung finanziell unterstützt. Die Projektkoordination liegt in den Händen der Professoren Dr. med. Eckard Rickels, Medizinische Hochschule Hannover, und Dr. med. Klaus von Wild, Clemens-Hospital Münster.

Nach dem vom ZQ jetzt erstellten Zwischenbericht hatten von den 1.796 SHT-Patienten, die in den ersten sechs Monaten ab Projektbeginn in den beiden Regionen registriert wurden, drei Prozent ein schweres Schädelhirntrauma. In der Patientengruppe der über 16jährigen männlichen Patienten sind es sogar elf Prozent. Männer werden dabei häufiger betroffen als Frauen. Knapp 70 Prozent aller Patienten waren bis zu 45 Jahre alt. Die dominante Altergruppe bildeten die 16- bis 25jährigen.

Wesentliche Verletzungsursachen waren bei den Männern Unfälle in der Freizeit und im Straßenverkehr, bei den Frauen Unfälle in der häuslichen Umgebung und ebenfalls in der Freizeit. Bei den Unfällen im Straßenverkehr mit SHT-Folgen führte mit 50 Prozent die Kategorie "Verkehrsunfall als Fahrradfahrer ohne Helm" den Ursachenkatalog an. Insgesamt verzeichnet die Statistik in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr knapp 300.000 Unfallopfer mit Schädelhirntrauma.


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