Grundsteinlegung zum Bau des Elternhauses
Bremen - Die
Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen verläuft nach anderen Kriterien, als die von Erwachsenen. Sie sind keine "kleinen, noch nicht ganz fertigen Erwachsenen". Sie benötigen eine kind-, bzw. jugendgerechte Atmosphäre, in der sie für die Rehabilitation motiviert sind. Darüber hinaus hat die Einbeziehung der Familie in die Behandlung des Kindes für dessen Heilungserfolg größte Bedeutung. Da die Patienten und ihre Eltern oft von weit her kommen, ist es vielen Eltern nicht möglich, täglich zwischen Wohnort und Reha-Zentrum zu pendeln. Für den Bau eines Elternhauses auf der Gelände des Reha-Zentrums "Friedehorst" bei Bremen, stellt die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung 200.000 EURO bereit. Die Grundsteinlegung konnte nun in feierlichem Rahmen begangen werden.
Vor allem für kleine Kinder und schwer verletzte junge Patienten in der Frühphase der Rehabilitation ist die Anwesenheit der Eltern für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig. Aber auch die Eltern benötigen oft Beistand bei der Verarbeitung der neuen Lebensumstände durch die plötzliche Erkrankung ihres Kindes. Um die Eltern und Angehörigen als aktive Partner in der manchmal langwierigen Rehabilitation zu gewinnen, ist ihre psychologische Betreuung elementarer Teil des medizinischen Gesamt-Behandlungskonzeptes.
Ganz im Vordergrund steht der Wunsch der Kinder, ihre Eltern bei sich zu haben. Kleine Kinder benötigen insbesondere in der ersten Phase der Rehabilitation ihre Eltern, um sich in die fremde Umgebung eingewöhnen zu können. Sie beruhigen die Kinder und fördern und beschleunigen so die Rehabilitation. Die Eltern jedoch stehen vor dem Problem einerseits die Kinder stützen und stärken zu wollen, andererseits sind sie selbst gänzlich von der Verarbeitung der oftmals lebensbedrohlichen Verletzung ihres Kindes vereinnahmt. Lebensumstände, Perspektiven und Hoffnungen einer Familie haben sich von einer Sekunde auf die andere grundlegend verändert. Nur wenn die Eltern im Reha-Zentrum anwesend sind, kann das professionelle Rehabilitationsteam ihnen bei der Bewältigung dieser Krise durch psychologische, seelsorgerische und pragmatische soziale Hilfe beistehen.
Das Elternhaus soll als Wohnraum für die Eltern dienen, zugleich aber auch Trainings- und Begegnungsstätte für Patienten, deren Eltern und Angehörige sein.
Alle Wohneinheiten des Elternhauses sind behindertengerecht mit eigener Nasszelle und Küche ausgestattet. Acht Einheiten sind für jeweils bis drei Angehörige ausgelegt, zwei Einheiten sind ausgestattet als "Pflegetrainingswohnungen", in denen die Eltern unter professioneller Anleitung die Pflege ihrer Kinder üben können.
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