Treffpunkt Gehirn -
Fortschritt aus dem Rückschritt
Fachforum für Menschen mit Hirnverletzung,
Schlaganfall und erworbenen Hirnschäden
Auf der
RehaCare 2004 vom 10. bis 13. November 2004 wird es einen
Schwerpunkt zum Thema Schädel-Hirnverletzte geben. ZNS -
Hannelore-Kohl-Stiftung, das Fachmagazin „not“ und die Stiftung
Deutsche Schlaganfallhilfe haben sich zusammen geschlossen, um diese im
letzten Jahr
gut angenommene Veranstaltung erneut zu organisieren. Hier finden die
Besucher gebündelte Informationen und Angebote speziell über
Hirnverletzung, Schlaganfall und sonstige erworbene Hirnschäden.
Ungefähr 300.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich eine
Schädel-Hirnverletzung im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, zu Hause
oder beim Sport. Etwa ein Drittel sind durch eine schwere
Hirnverletzung betroffen. Viele von diesen etwa 100.000 Geschädigten
leiden an langwierigen
oder dauerhaften Folgen. Die Zahlen bei den Schlaganfall-Patienten
bewegen sich noch einmal
in ähnlicher Höhe. Betroffene, Angehörige, Betreuer und Therapeuten
benötigen Informationen, Gesprächsmöglichkeiten und einen Überblick
über den breiten Heil- und Hilfsmittelmarkt.
Hier bietet der Treffpunkt Gehirn auf der RehaCare 2004 eine optimale
Basis.
Eine schwere Hirnverletzung beeinträchtigt die betroffenen Menschen
immer in vielen Bereichen, sowohl körperlich, geistig wie auch
seelisch. Jeder Unfall, Schlaganfall oder anderweitig erworbene
Hirnschaden ist zu viel. Jedes dieser Schicksale verursacht unendliches
Leid, das man mühsam
versucht zu lindern. Hier tut Hilfe Not. Deshalb entschlossen sich ZNS
- Hannelore-Kohl-Stiftung, das Fachmagazin „not“ und die Stiftung
Deutsche Schlanganfall-Hilfe dazu, ein solches Forum zu organisieren.
Die Hälfte aller hirnverletzten Unfallopfer sind Jugendliche im Alter
bis zu 25 Jahren
und jeder 7. Betroffene ist gar ein Kind unter fünf Jahren. „Jedes Mal
bin ich wieder erschüttert, wenn ich bei einem Klinikbesuch am Bett
eines Kindes im
Koma stehe und die Not und das Leid
der Eltern und Geschwister erlebe. Aber trotzdem gibt es auch Hoffnung,
denn durch eine ziel- und fachgerechte
Rehabilitation können
erstaunliche Heilungserfolge erzielt werden“. Mit diesen Worten
unterstrich die Präsidentin von ZNS Ute Henriette Ohoven, Nachfolgerin
der Gründerin Hannelore Kohl, die Dramatik dieser Krankheit.
Die eindringlichen Worte und Zahlen machen deutlich, wie sehr
Informationen benötigt werden. Jeder, den es trifft, ob Unfall,
Schlaganfall oder andersweitiger erworbener Hirnschaden, erleidet einen
Rückschritt in seiner Entwicklung, man beginnt wieder von vorn. Der
Treffpunkt Gehirn setzt sich ein, dass aus dem Rückschritt ein
Fortschritt werden kann. Denn inzwischen hat es sich gezeigt, dass mit
geeigneter Behandlung und Therapie die Betroffenen eine Chance haben
und zu einem großen Teil wieder nach vorne schreiten können. Aber man
muss die Möglichkeiten kennen.
Der Treffpunkt Gehirn in Halle 6 besteht aus einem offenen Forum
umrahmt von nahezu
30 Ausstellern. Stündlich angesetzte Vorträge und interaktive Beiträge
versorgen die Besucher
mit Informationen. Info life bieten aber auch alle Aussteller, gleich
ob es sich um Verbände, Organisationen, Einrichtungen oder Hersteller
handelt. Das gemeinsame Programm aller am Treffpunkt Beteiligten,
besteht aus Diaschauen, Diskussionsforen, Filmvorführungen, Vorträgen,
Workshops und künstlerischen Darbietungen. Durch verschiedene
Aktivitäten und Exponate wird
den Besuchern auch das Gefühl vermittelt, wie sich der Betroffene
selbst fühlt und wie sich gewisse Einschränkungen auswirken. Vorträge
informieren beispielsweise über Lagerungssysteme, Nutzung des Computers
zur therapeutischen Behandlung von kognitiven Defiziten, über den Umbau
des Gesundheitswesens, die Auswirkungen der DRG’s auf die neurologische
Rehabilitation.
Behandelt werden Themen wie die neurologische Rehabilitation von
Kindern und Jugendlichen, diverse Rehaverläufe, der Einfluss von
Medikamenten auf die Fahreignung von Betroffenen,
der Versorgungsrückschritt und die Schlaganfall-Nachsorge. Aber auch
interaktive Beiträge
wie Singen von Aphasikern, Sport oder Musik durch Betroffene, aktiv
erlebte Kunsttherapie
oder Theaterbeiträge stehen auf dem Programm. In Gesprächen und
Diskussionen kann jeder Interessierte auch erfahren wie sich Betroffene
fühlen, entwickeln und von der Umwelt angenommen werden.
Als Aussteller über vier Tage informieren nicht nur die Veranstalter
wie ZNS, das Fachmagazin „not“ und die Deutsche Schlaganfall-Hilfe aus
ihren über Jahren angesammelten Erfahrungen. Um die Vortragsfläche
stehen fast 30 Aussteller mit Informationen, Dienstleistungen oder
Produkten, die speziell auf Hirnverletzte ausgerichtet sind, zur
Verfügung. Die Besucher finden neurologische Reha-, Nachsorge- und
Pflegeeinrichtungen der Phase F. Außerdem sind Verbände und
Organisationen
wie der Selbsthilfeverband für Unfallopfer, Patienten im
Wachkoma, die
Beratungsstelle für Schädel-Hirnverletzte, der BDH und das gerade
gegründete Forum Gehirn, ein neuer Bundesverband für Menschen mit
Hirnschädigungen, vertreten. Für alle, die mit den Betroffenen
arbeiten, sind natürlich auch die Firmen interessant, die Produkte
anbieten, die bei der Therapie unterstützen oder das eingeschränkte Leben der Betroffenen erleichtern.
Der Treffpunkt Gehirn wird erneut eine Plattform der Kommunikation
zwischen den einzelnen Besuchergruppen und eine Drehscheibe rund um das
Thema Hirnverletzung werden. Hier werden sich Betroffene, Angehörige,
beruflich Orienterte, wie Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten
treffen, aber auch diejenigen, die Ziele und Wünsche dieser
Patientenklientel umsetzen müssen, ob in der Industrie, der Politik
oder der Selbsthilfe.
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