ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

12.07.2006
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung bringt die neurologische Rehabilitation zur Weltspitze

Der Name Hannelore Kohl ist untrennbar mit der Hilfe für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems verbunden. Die von ihr 1983 gegründete Hilfsorganisation, dessen Präsidentin sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 war, hat auf vielfältige Weise die Situation der Opfer nachhaltig verbessert. Hirnverletzungen waren noch ein Tabu-Thema als Hannelore Kohl in den 70er Jahren über ihr Engagement in der Neurologischen Klinik in Vallendar bei Koblenz erkannte, dass hier eine große gesellschaftliche Aufgabe zu leisten ist.

Anlässlich des 5. Todestages von Hannelore Kohl am 5. Juli berichtet die Stiftung über das Erreichte. Neben Dr. Helmut Kohl, Ehrenpräsident der Stiftung, schildert Ute-Henriette Ohoven ihr Engagement für die Stiftung.

Seit dem 3. Juni 2002 ist Ute-Henriette Ohoven Präsidentin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung. „Die Nachfolge eines so einzigartigen Menschen anzutreten, ist eine große Herausforderung und Ehre. Deshalb habe ich der Bitte von Helmut Kohl entsprochen. In dieser Aufgabe sehe ich auch eine ideale nationale Ergänzung zu meinem internationalen Engagement“, sagte Ute-Henriette Ohoven. Sie sammelt die dringend benötigten Spendengelder, geht in Reha-Kliniken, macht den Verunfallten und ihren Angehörigen Mut und zeigt Perspektiven auf. Sie sieht sich als Partner der Unfallopfer und gibt durch ihre Arbeit für die Stiftung Hilfestellung auf dem langen und mühsamen Weg zurück in ein alltägliches Leben. Besonders engagiert sie sich in der Präventionsarbeit. Mit bundesweiten Großflächenplakaten warnt die Stiftung vor Unfallgefahren, damit Unfälle gar nicht erst geschehen.

„Die Arbeit für die Stiftung war ihr eine Herzensangelegenheit“, beschreibt Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl das Wirken seiner Frau. „Ich bin sehr froh, das Lebenswerk meiner Frau weiter wachsen zu sehen und danke allen für ihre Tatkraft, die sie als langjährige Wegbegleiter und Gremienmitglieder zu wirkungsvoller Hilfe für die Verletzten mit ihren Familien werden lassen.“

Es ist das Verdienst von Hannelore Kohl, dass flächendeckend Früh-Rehabilitationseinrichtungen für Schwersthirnverletzte geschaffen wurden. Dabei handelte es sich weltweit um ein Novum. 1983 noch ging es um die Verbesserung der Rehabilitation, heute geht es um den Erhalt des Erreichten. Es gilt die Anwendung der neu entwickelten und praktisch erprobten diagnostischen und therapeutischen Verfahren zu gewährleisten und den an den Folgen einer Hirnverletzung leidenden Menschen zumindest die Behandlung zukommen zu lassen, wie sie bisher gewährleistet war“, fordert Prof. Dr. Dr. Klaus Mayer, Gründungsmitglied und ärztliches Vorstandsmitglied der Stiftung in seinem Statement. Es bestehe zur Zeit berechtigte Sorge um die Zukunft der Neurorehabilitation, da erfolgreiche neurologische Rehabilitation nicht zu Billigpreisen zu haben sei.

Neue Verfahren und neue Technologien für die Neurorehabilitation nutzbar zu machen, war stets ein konsequent von Hannelore Kohl verfolgtes Ziel. 1985 konnte sie Heinz Nixdorf dafür gewinnen, gemeinsam mit ihr unter dem Motto „Computer helfen heilen“ den Einsatz von Computern mit behindertengerecht gestalteter Hard- und Software in der Rehabilitation Hirnverletzter zu fördern. Die computergestützte Therapie gehört heute zum Standard.
In der Neurorehabilitation ist dies nur ein Bereich, in dem Hannelore Kohl entsprechende Anstöße gab. Insgesamt wurden mit 23,9 Mio. Euro 497 Projekte gefördert, die dem Bereich der Neurorehabilitation weltweite Beachtung eingebracht haben.

Ihr Einsatz für die vom Schicksal schwer betroffenen Hirnverletzten ist Vorbild und Beispiel zugleich und damit für die Stiftung Verpflichtung und Herausforderung für die Zukunft.

„Mit der 1993 gegründeten Hannelore Kohl Stiftung, die inzwischen über ein Kapital von 15 Mio. Euro verfügt, hat Hannelore Kohl eine finanzielle Vorsorge getroffen, die über ihren Tod hinaus eine Grundfinanzierung für ihr Lebenswerk darstellt“, beschreibt Dr. Franz Schoser, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Hannelore Kohl hat für die finanzielle Grundlage der Organisation gesorgt. Nach ihrem Tod ist es gelungen die Einnahmen wieder zu stabilisieren und in ihrem Namen weitere Spenden einzuwerben. Zur Fortsetzung des Lebenswerkes ist die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung auf Spenden dringend angewiesen und auf Nachlässe von Menschen, die über den eigenen Tod hinaus soziale Verantwortung übernehmen. Das gesamte Aufgabenspektrum wird ausschließlich aus diesen Mitteln finanziert.

Angesichts der jährlich 270.000 Unfallopfer ist die Unterstützung aus der Bevölkerung dringend notwendig, um auch in Zukunft die neurologische Forschung, den Erhalt der Rehabilitation und die Information und Beratung von Betroffenen und Angehörigen sicherstellen zu können.

12. Juli 2006

Bilder zur Pressekonferenz





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Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Von Bonn aus informiert die Stiftung über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten bei Verletzungen des Zentralen Nervensystems, unterstützt bei der Vermittlung von Rehabilitationsplätzen, fördert die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet und engagiert sich in ihrer Präventionsarbeit für Kopfschutz beim Sport. Bisher konnten 23,9 Mio Euro aus Spendenmitteln für 497 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Ein wichtiger Schritt, denn jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen Schädelhirntraumata, die Hälfte von ihnen ist unter 25 Jahren alt. Dank der Fortschritte in diesem Bereich kann vielen von ihnen geholfen werden.



Kontakt für Rückfragen:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Prävention / Frau Helga Lüngen
Rochusstraße 24
53123 Bonn
Telefon: 02 28/9 78 45-0
Telefax: 02 28/9 78 45-55
E-Mail: h.luengen@hannelore-kohl-stiftung.de


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