Vom 16.-18. März veranstaltet die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung in Zusammenarbeit mit der BARMER und dem HVBG in Hennef ein zweieinhalbtägiges Seminar zur Anleitung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Das Seminarangebot richtet sich an alle, die einen Angehörigen zu Hause pflegen und betreuen, oder die sich noch in der Entscheidungsphase befinden, ob sie die Pflege zu Hause übernehmen können.
Erzählen. Zuhören. Weinen, Lachen, Nachdenken. Und immer wieder tief durchatmen. Was in diesem Raum passiert, kostet viel Kraft.
Der Workshop „Hilfe und Unterstützung in Krisensituationen“ ist gut besucht. „Wir können keine Patentlösungen bieten“, sagt Seminarleiter Dr. Klaus Wiedmann. „Aber wir geben Betroffenen die Möglichkeit, sich auszutauschen. Oft entwickelt sich aus der Gruppe heraus eine ungeheure Kraft. Und dann nimmt jeder etwas für sich mit.“
Doch zunächst heißt es: die eigene Geschichte erzählen. Jeder in diesem Raum hat etwas erlebt, von dem er glaubte, ihn würde das niemals treffen. Ein Schicksalsschlag, der die Welt für einen Moment anhält - und nach dem das Leben nie wieder so ist, wie es einmal war.
REDEN KÖNNEN, VERSTANDEN WERDEN
Geteiltes Leid. Unter vielen Betroffenen sein bedeutet auch: verstanden werden. Keine Rücksicht nehmen müssen, alles fragen dürfen. Und vor allem: Außerhalb des Alltags, in dem sich stets alles um den Patienten dreht, endlich mal an sich selbst denken und von den eigenen Gefühlen, Ängsten und Bedürfnissen sprechen können.
„Unser Freundeskreis ist immer kleiner geworden“, erzählt etwa eine junge Frau, deren Mann vor zehn Jahren eine Hirnblutung erlitten hat. „Und wenn dann doch mal einer vorbei kommt, zwinge ich mich zu einem Lächeln. Bin stark. Sonst wird ein zweiter Besuch doch noch unwahrscheinlicher...“ Tränen fließen - Tränen, die zuhause immer zurück gehalten werden. Hier dürfen sie fließen, und die Selbstverständlichkeit, mit der in dieser Runde ein solcher Gefühlsausbruch aufgenommen wird, tut gut.
Manchmal sind es tröstende Worte, die helfen. Oft auch handfeste Tipps. Welche Erfahrungen andere mit ihren Krankenkassen, den Ärzten oder dem Pflegepersonal gemacht haben. In Workshops wie „Umgang mit Schluckstörungen“ oder „Patientenressourcen fördern - den Pflegenden entlasten“ können Angehörige gezielt nach Anregungen und Lösungen für ihre private Situation suchen. Und oft sind es die vermeintlich kleinen Dinge, die für den einzelnen einen entscheidenden Fortschritt bedeuten. „Ich wusste überhaupt nicht, dass mir das zusteht“, „Diese Therapieform kannte ich gar nicht...“ - diese Sätze fallen häufig.
AUSZEIT VOM ALLTAG
So unterschiedlich jedes einzelne Schicksal ist - eines haben alle Angehörigen gemeinsam: Sie meistern tagtäglich ihren schweren Alltag, sind Pflegepersonal und Partner in einem. Und dabei bleiben die eigenen Bedürfnisse oft auf der Strecke.
Die Seminar-Wochenenden sollen auch eine Möglichkeit zum Tapetenwechsel sein. Es ist so ungeheuer wichtig, mal in eine andere Umgebung zu kommen, sich ein paar kleine Auszeiten zu nehmen und sich verwöhnen zu lassen. So sieht das Programm nicht nur Workshops vor, sondern auch Spaziergänge, Sport und Entspannung und eine gemeinsame Stadtrundfahrt. Kleine Highlights, in denen sich die Angehörigen für einen Moment vom harten Alltag erholen können. Die Seminare finden in den Akademie-Hotels des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften statt.
Wer nach drei sehr intensiven Tagen wieder nach Hause fährt, nimmt oft nicht nur eine Fülle an Informationen, sondern auch wertvolle Kontakte zu Fachleuten und den anderen Seminarteilnehmern mit. Und meistens sind es genau diese Begegnungen, die wieder neue Kraft und Zuversicht bringen.
Die Kosten werden zum Großteil von den Veranstaltern getragen. Einen Eigenanteil von 95 Euro für Vollpension bei Unterbringung im Einzelzimmer müssen Sie selbst tragen. Sprechen Sie Ihre Krankenkasse oder die Ihres betroffenen Angehörigen auf Kostenerstattung an. In der Regel wird auch die Pflegevertretung zu Hause von den Kostenträgern übernommen.
Weitere Informationen zu diesem Angebot gibt es im Internet unter www.hannelore-kohl-stiftung.de oder telefonisch unter 02 28/97 84 50.
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Von Bonn aus informiert die Stiftung über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten bei Verletzungen des Zentralen Nervensystems, unterstützt bei der Vermittlung von Rehabilitationsplätzen, fördert die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet und engagiert sich in ihrer Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bisher konnten 23,9 Mio Euro aus Spendenmitteln für 497 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Ein wichtiger Schritt, denn jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen
Schädelhirntraumata, knapp die Hälfte von ihnen ist unter 25 Jahren alt. Dank der Fortschritte in diesem Bereich kann vielen von ihnen geholfen werden.
Kontakt für Rückfragen von Journalisten:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Frau Helga Lüngen
Rochusstraße 24
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Telefon: 02 28/9 78 45-0
Telefax: 02 28/9 78 45-55
E-Mail: h.luengen@hannelore-kohl-stiftung.de
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