v.l.n.r. Dr. Martin Schoser, Klaus Schunk, Rolf Kentner, Manuela Fischer und Peter Hübinger
Bonn, den 11. April 2008 - Mit der Spende in Höhe von 50.000 Euro, die aus der 18. Radio Regenbogen Benefiz-Gala „Ball der Sterne“ am 13. Oktober 2007 im Mannheimer Rosengarten für die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung erlöst wurden, wird ein Hilfsprojekt für die Beschulung aphasischer Kinder finanziert.
Schädelhirnverletzungen sind bei Kindern und Jugendlichen die häufigste Ursache für
Aphasie. Jährlich müssen in Deutschland etwa 76.000 Kinder und Jugendliche unter 16. Jahren mit den Folgen einer
Schädelhirnverletzung leben. Etwa ein Drittel dieser Kinder erleidet ein sogenanntes „schweres“ Schädelhirntrauma, davon 3.000 Kinder eine Aphasie. Aphasische Kinder verlieren durch die Hirnverletzung ihre Sprache und ihr Sprachverständnis, können nicht mehr lesen und schreiben. Die Sprache versagt ihren Dienst, Freunde ziehen sich zurück, das Kind wird aggressiv oder depressiv, Eltern und Angehörige sind hilflos. Gesellschaftlich führt Aphasie schnell in die Isolation.
„Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung lenkt mit dem Projekt die
Aufmerksamkeit auf die speziellen Bedürfnisse von Kindern, die durch ihre Hirnverletzung in besonders harter Weise betroffen sind und durch die Aphasie in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Die breit angelegten Hilfsangebote geben Kindern und ihren Familien die Möglichkeit, sich über Therapiemöglichkeiten zu informieren und sich mit anderen Eltern auszutauschen,“ so Dr. Martin Schoser, Geschäftsführer der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung. Die Stiftung hilft mit ihrem Beschulungsprojekt bei wichtigen Fragestellungen: Welche Schule ist die richtige? Wo finden Eltern kompetente Ansprechpartner? Welche individuellen Bildungswege gibt es? In Informationsabenden und Eltern-Kind-Seminaren erfahren Betroffene, Lehrer und Fachleute von den Problemen bei der Beschulung und werden über geeignete Lösungsmöglichkeiten zur Wiedereingliederung ins schulische Leben informiert. Neben einer bundesweiten Informationsverbreitung und Aufklärung werden in Bayern konkrete Hilfen erarbeitet, die als Modell für andere Bundesländer dienen sollen.
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung hat ihr Beratungs- und Informationsangebot im Internet deutlich ausgeweitet. Aktuell finden sich dort umfangreiche Informationen zur Behandlung von Aphasien und zur Versorgung von Schädelhirnverletzungen. Hinzugekommen ist eine Übersicht über das Seminarangebot der Stiftung für Angehörige, Betroffene über/unter 30 Jahren sowie für aphasische Kinder. Zudem werden sozialrechtliche Aspekte aufgriffen. Die beiden Stiftungsmitarbeiter Carsten Freitag (Tel.: 0228/ 97 84-550) und Heidi Maria Jülich (Tel.: 0228/ 97 84-541) beraten aber auch weiterhin telefonisch.
2357 Zeichen
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. In diesem Jahr begeht sie ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen
Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bisher konnten 26,2 Mio Euro aus Spendenmitteln für 543 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der Fortschritte in diesem Bereich kann vielen von ihnen geholfen werden.
Kontakt für Rückfragen:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Helga Lüngen/Heike Müller
Rochusstraße 24, 53123 Bonn
Telefon: 02 28/9 78 45-0
Telefax: 02 28/9 78 45-55
E-Mail: presse@hannelore-kohl-stiftung.de
www.hannelore-kohl-stiftung.de
Download
> Als RTF-Datei herunterladen