Nach schwerer Schädelhirnverletzung mit Bogenschießen zurück ins Leben
Bonn, 13. August 2012 - Am 29. August starten die Paralympics in London. Mit am Start für Deutschland ist der Bogenschütze Matthias Alpers aus Niedersachen. Matthias Alpers, der durch einen Unfall eine Schädelhirnverletzung erlitt, möchte mit seiner Geschichte auf das Schicksal schädelhirnverletzter Menschen hinweisen und Betroffenen Mut machen, den eigenen Weg zurück ins Leben zu finden. Deshalb unterstützt Alpers die Arbeit der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, die sich seit nahezu 30 Jahren für Schädelhirnverletzte und ihre Angehörigen einsetzt.
Matthias Alpers stürzte im Jahr 2001 von einer Leiter und erlitt eine Hirnverletzung, die neurologische Schäden, darunter eine halbseitige Lähmung verursachte. Keine Bewegung war mehr selbstverständlich. Er wurde berufsunfähig und musste den eigenen Betrieb aufgeben.
Zum Bogenschießen hatte der heute 44-jährige Alpers schon immer eine besondere Beziehung. Mit 18 Jahren schoss er schon einmal für den Nationalkader, bevor er dem Beruf den Vorrang gab. Durch die Reha kam der dreifache Familienvater wieder mit dem Bogenschießen in Berührung. Mit Ausdauer, Konzentration und Kraft trainierte er Fähigkeiten, die durch seine Schädelhirnverletzung beeinträchtigt wurden.
Seine Behinderung sieht ihm ein Laie nicht an, aber ein Trainer erkennt sofort, welche großen Schwierigkeiten Alpers beim Bogenschießen überwinden muss. Seine Wirbelsäule ist kaputt, er hat kein Gefühl im rechten Arm und der Gleichgewichtssinn ist geschädigt . Aber seine Schwächen hat er zu Stärken umgewandelt. Weil er nicht die Kraft hat, lange zu zielen, schießt er jetzt sehr schnell.
Matthias Alpers gehört weltweit zu den besten Bogenschützen im Behindertenbereich. Seit zwei Jahren schießt er im Kader des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und trainiert auch mit Nationalmannschaftsschützen der Nicht-Behinderten. 2010 wurde er in den Landeskader berufen und spielte das erste internationale Turnier seiner zweiten Karriere als Bogenschütze. Bei dem Weltranglistenturnier in Tschechien erreichte er den vierten Platz.
„Es war ein langer Weg von meiner Verletzung zurück ins Leben heute. Mit meiner Teilnahme in London geht ein Traum in Erfüllung. Ich will meine sportliche Bestleistung auf den Punkt bringen,“ sagt Matthias Alpers voller Vorfreude.
Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, sagt: „Wir freuen uns über die Unterstützung von Matthias Alpers und drücken ihm natürlich für die Wettkämpfe in London kräftig die Daumen. Er ist ein besonderer Mutmacher für die vielen Betroffenen, die so hart arbeiten und auch jeden Tag kämpfen müssen, um ihren Weg zurück ins Leben zu gehen.“
Die Paralympischen Sommerspiele werden zum 14. Mal ausgetragen und zum ersten Mal von Anfang an zusammen mit den Olympischen Spielen geplant. An den Start gehen über 4.000 Sportler aus 165 Nationen bei 503 Wettkämpfen in 20 Sportarten.
Steckbrief Matthias Alpers:Sportart: Bogensport
Verein: SSV Tarmstedt/ Team BEB
Art der Behinderung:
Hemiparese rechts
Erfolge: zwei Weltcupsiege 2011, vierter Rang Weltrangliste 2011, Niedersächsischer Landesmeister 2012
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen
Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten rund 29 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 600 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen ein Schädelhirntrauma, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.
Pressekontakt:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Heike Müller
Rochusstraße 24, 53123 Bonn
Telefon: 02 28/9 78 45-70
Telefax: 02 28/9 78 45-55
E-Mail: presse@hannelore-kohl-stiftung.de
Web: www.hannelore-kohl-stiftung.de
Download
> Als RTF-Datei herunterladen