Pressemitteilung

Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen im Straßenverkehr

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland sinkt, doch noch immer erleiden etwa 70.000 Unfallopfer pro Jahr eine Schädelhirnverletzung im Straßenverkehr. Mit dem Ziel, die Unfallzahlen in Deutschland weiter zu verringern und neue Wege zur Versorgung von Verkehrsunfallopfern mit Kopfverletzungen zu erarbeiten, trafen sich Fachleute aus ganz Deutschland auf Einladung der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland sinkt, doch noch immer erleiden etwa 70.000 Unfallopfer pro Jahr eine Schädelhirnverletzung im Straßenverkehr. Mit dem Ziel, die Unfallzahlen in Deutschland weiter zu verringern und neue Wege zur Versorgung von Verkehrsunfallopfern mit Kopfverletzungen zu erarbeiten, trafen sich Fachleute aus ganz Deutschland auf Einladung der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach.

Am 8. und 9. Oktober 2015 fand die 5. Sicherheitskonferenz der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung in Kooperation mit der BASt in deren Räumen statt. Zentrales Thema der Konferenz-Reihe ist das Erarbeiten von Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen. Die Schirmherrschaft übernahm Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Vertreten wurde er durch seinen Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle, der in seinem Grußwort die Arbeit der Organisationen würdigte: "Eine wesentliche Aufgabe der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung ist die Präventionsarbeit. Gemeinsames Ziel der Konferenz und des Bundesverkehrsministeriums in Zusammenarbeit mit der BASt ist es, Unfallzahlen und Verkehrsrisiken zu senken - durch bauliche Maßnahmen an der Infrastruktur, stetige Verbesserung der Fahrzeugtechnik und durch Aufklärung der Verkehrsteilnehmer. Dies bleibt eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe, weshalb ich mich sehr freue, dass bei dieser Konferenz Vertreter von Wissenschaft und Praxis miteinander diskutieren. Nur gemeinsam können wir für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen."

Unabhängiges Traumamanagement gefordert

Fachleute aus den Bereichen Unfallprävention, Opferschutz, Medizin und Rehabilitation sowie Institutionen, Verbände und Kostenträger diskutierten während dieser in ihrer Art einzigartigen Konferenz Defizite in der Schadenregulierung der Deutschen Krafthaftpflichtversicherer. Immer noch werden Prozesse über Jahre verschleppt, was die Unfallopfer neben ihren physischen und psychischen Unfallfolgen mit extremen finanziellen Belastungen konfrontiert. Diskutiert wurde die Forderung nach einem Strafzins bei nicht zeit- und fristgerechter Schadenregulierung, wie es beispielsweise in Italien üblich ist.

Ein generelles flächendeckendes und vor allem unabhängiges Traumamanagement würde den Unfallopfern und deren Familien zusätzliches Leid ersparen und wird daher von den Experten vehement eingefordert. Dazu gehöre auch der Appell an das Klinikpersonal, bei den Patienten bereits frühzeitig auf psychischen Auswirkungen des Unfallgeschehens zu achten. Auch wenn kein Blut fließt, können die psychischen Belastungen extrem sein.

Helmträger erleiden seltener schwere Verletzungen

"Die Folgen einer Schädelhirnverletzung reichen von Beeinträchtigungen in der Konzentration, Wahrnehmung und Reaktion über den Verlust der Bewegung, Sprache oder des Gedächtnisses. 270.000 Menschen erleiden jedes Jahr ein solches Schicksal, aber betroffen ist immer die ganze Familie, die dadurch nicht selten in eine soziale Isolation rutscht", so Prof. Eckhard Rickels, Sitzungspräsident der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung.

Die deutliche Reduktion der Zahl von Verkehrstoten und Schwerstverletzten in den vergangenen Jahren ist zu einem großen Teil der verbesserten integralen Fahrzeugsicherheit zuzuschreiben. Im Bereich der Zweiradnutzer fällt diese Reduktion vergleichsweise geringer aus und das Risiko im Straßenverkehr verletzt zu werden, ist dementsprechend höher. "Zwei Drittel aller fahrradfahrenden Kinder zwischen sechs und zehn Jahren tragen mittlerweile einen Helm. Mit zunehmenden Alter nimmt die Bereitschaft einen Helm zu tragen allerdings ab, hier ist also noch Aufklärungsarbeit zu leisten", so Andre Seeck, Vortragender und Leiter der Abteilung Fahrzeugtechnik der BASt. Der Appell der diskutierenden Experten: Auf allen Darstellungen und Fotos mit Fahrradfahrenden immer Personen aller Altersgruppen mit einem geeigneten Fahrradhelm zeigen, um den Schritt von der Rationalität in die emotionale Akzeptanz des Helmtragens zu fördern.

Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.

Spendenkonto 3000 3800
Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98
IBAN: DE31 3705 0198 0030 0038 00
SWIFT-BIC: COLSDE33

www.hannelore-kohl-stiftung.de

Bildmaterial:
Bild 1: Bei der ZNS/BASt-Sicherheitskonferenz überbrachte Norbert Barthle (links), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Grußworte von Minister Dobrindt; neben ihm Helga Lüngen, Geschäftsführerin ZNS, Prof. Dr. Eckhard Rickels, Sitzungspräsident ZNS und Andre Seeck, BASt-Abteilungsleiter Fahrzeugtechnik (Bild: BASt)
Bild 2: Entwicklung der Zahl der im Straßenverkehr Getöteten von 1953 bis 2014 (Bild: BASt)