Pressemitteilung

Auszeichnung für eine engagierte Pionierin der Selbsthilfe

Beate Stahl

Beate Stahl erhält den „ZNS-Preis für eine besondere Frau“ 2017

Mit dem „ZNS-Preis für eine besondere Frau“ ehrt die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung Frauen, die nicht im Rampenlicht stehen; Frauen, die durch ihr Engagement Außergewöhnliches leisten, sich für hirnverletzte Menschen und ihre Angehörigen einsetzen. Mit Beate Stahl aus Bensheim wird in diesem Jahr eine Frau ausgezeichnet, die mit ihrem 30-jährigen ehrenamtlichen Einsatz eine entscheidende Vorreiterin der Selbsthilfe für Menschen mit Schädelhirnverletzungen in Deutschland ist.

Das Jahr 1987 wurde zum Wendepunkt in Beate Stahls Leben. Ihre jüngere Schwester erkrankte an einem Aneurysma. Nach der Akutbehandlung organisierte die damals in Marburg lebende Medizinstudentin die Pflege und Rehabilitation für ihre Schwester. Schnell stellte sie fest: Es gab in ganz Deutschland nur 24 Frühreha-Betten. Fast alle hirnverletzten Menschen wurden medizinisch versorgt, aber nicht gefördert. Fachkundig und zupackend sah sie nur eine Lösung: Beate Stahl sammelte alle verfügbaren Informationen, knüpfte Kontakte zu anderen Betroffenen und Ärzten. So entstand ihr erstes Netzwerk. Gemeinsam mit anderen betroffenen Angehörigen gründete sie 1994 eine Tagesförderstätte in Heidelberg, in der ihre Schwester und andere schädelhirnverletzte Menschen rehabilitativ betreut wurden.

Immer mehr Anfragen anderer Betroffener erreichten Beate Stahl. Ihre Expertise wurde für viele Menschen zum wichtigen Rettungsanker. 1995 gründete sie die erste Selbsthilfegruppe in Darmstadt. Gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband baute sie 2001 in Darmstadt die erste Beratungsstelle für Hessen auf, in der sie bis Juni 2016 ehrenamtliche Ansprechpartnerin war. Bis heute ist sie ehrenamtlich in der Beratung schädelhirnverletzter Menschen und ihrer Angehörigen tätig. Sie wirkt in vielen überregionalen Netzwerken mit. Hier ist sie „Anwältin“ der Betroffenen und Angehörigen, beispielsweise bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Nachsorge für hirnverletzte Kinder und Jugendliche und dem Bundesweiten Netzwerk für Beratungsstellen (BnB).

„Das außergewöhnliche Engagement in der Beratung von Menschen mit Kopfverletzungen und deren Angehörigen, ihr engagiertes Wirken in der Selbsthilfe, ihre kreativen Konzepte und Erfolge bei der Nachsorge haben dafür gesorgt, dass wir die Auszeichnung in diesem Jahr an Beate Stahl verleihen“, freut sich Helga Lüngen, Geschäftsführerin der Stiftung.

Fragt man Beate Stahl, was sie sich für die Zukunft wünscht, liegen ihr zwei Dinge besonders am Herzen: „Ich möchte noch erleben, dass es in jedem Bundesland eine Beratungsstelle für schädelhirnverletzte Menschen und ihre Angehörigen gibt. Genauso wichtig ist mir, dass die unzureichenden Angebote in der Nachsorge von jungen Patientinnen und Patienten schnellstmöglich behoben wird. Das wäre für mich ein großer Fortschritt.“

Der „ZNS-Preis für eine besondere Frau“ wurde anlässlich des 80. Geburtstages von Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Er wird alle zwei Jahre zum Weltfrauentag vergeben. Die feierliche Verleihung des Preises 2017 an Beate Stahl findet im Rahmen des Frühlingsempfangs der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung am 23. März 2017 in Berlin statt. Überreicht wird die Auszeichnung durch die Präsidentin der Stiftung, Dr. Kristina Schröder MdB, Bundesministerin a.D..

Bild: Die Preisträgerin des ZNS-Preis für eine besondere Frau 2017, Beate Stahl. (© Beate Stahl)

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