ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

Geänderte Richtlinien zur Feststellung von Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagkompetenz und zur Bewertung des Hilfebedarfs

21.07.2008
Schwere Schädelhirnverletzungen führen häufig zu einem Hilfe- und Betreuungsbedarf welcher über den normalen Bedarf hinausgeht, der bei der bisherigen Beurteilung von Pflegebedürftigkeit Berücksichtigung findet. Viele Betroffene wissen zudem nicht, das Personen mit erheblich eingeschränkten Alltagskompetenzen je nach Umfang des Betreuungsbedarf einen zusätzlichen Leistungsanspruch haben. Damit werden für die Pflegepersonen und die Betroffenen Möglichkeiten zur Entlastung geschaffen. Dieser Betrag kann im Gegensatz zum Pflegegeld nicht bar ausgezahlt, sondern gegen Vorlage von Rechnungen für Betreuungsleistungen erstattet werden

Mit Wirkung vom 01.07.2008 wird durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz der zusätzliche Betreuungsbetrag für Pflegebedürftige mit eingeschränkten Alltagskompetenzen von bis zu 460 Euro jährlich auf bis zu 100 Euro monatlich (Grundbetrag) bzw. 200 Euro monatlich (erhöhter Betrag) angehoben. Der Kreis der Leistungsberechtigten wird auf die Personen mit Pflegestufe 0 ausgedehnt.

Wurde vor dem 01.07.2008 bereits eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt, so erhalten die bisherigen Antragssteller automatisch ohne erneute Prüfung durch den MDK den Grundbetrag von bis zu 100 Euro monatlich. Beabsichtigen Hilfebedürtige darüber hinaus den erhöhten Betrag von bis zu 200 Euro zu beanspruchen, so ist in jedem Fall ein erneuter Antrag zu stellen.

Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst wird grundsätzlich in einem Screening Verfahren festgestellt, ob der Antragssteller eine Fähigkeitsstörung in den Bereichen Orientierung, Antrieb, Gedächtnis, Kommunikation etc. besitzt. Sollten dabei Auffälligkeiten festgestellt werden, ist der Gutachter verpflichtet, mit Hilfe eines standartisierten Assessmentinstruments den Betreuungsbedarf zu ermitteln.

Gerade bei Betroffenen mit schweren Schädelhirnverletzungen sind durch die Verletzung häufig Einschränkungen der Alltagskompetenzen festzustellen. Deshalb sollte die Bezugsperson von Schädelhirnverletzten darauf achten, ob dieser Hilfebedarf bei der Feststellung ausreichend berücksichtigt wurde.

Haben Sie dazu weiterführende Fragen so wenden Sie sich bitte an unseren kostenlosen Beratungs- und Informationsdienst.

Mirco. 7 Jahre. Schädelhirntrauma.





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