ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystem

Erläuterungen von Fachbegriffen


A|B|C|D|E|F|G|H|I|K|L|M|N|O|P|R|S|T|U|V|W|Z
Abdomen
Bauch, Unterleib. Der Rumpfbereich zwischen Brustkorb und Becken.

Adaption
Anpassungsvermögen von Organen, zum Beispiel des Auges an verschiedene Helligkeitsgrade.

ADL
Lebenspraktische Übungen, auch activities of daily life.

AEP (akustisch evozierte Potentiale)
Untersuchungsmethode zum Nachweis von Funktionsstörungen des Hirnstamms mit Hilfe von Tonreizen (Kopfhörer).

Affektivität
Die Gesamtheit der Stimmungen. Gefühle, Affekte und die allgemeine Erregbarkeit eines Menschen: ein wichtiger Aspekt der Persönlichkeitsforschung und -diagnostik.

AHB
Anschlußheilverfahren, Behandlungsart über den Rentenversicherungsträger. Ziel: Erwerbsfähigkeit.

Akinese
Bewegungsarmut; motorische Gebundenheit mit Verarmung des mimischen und gestischen Ausdrucks, leiser monotoner Sprache, fehlender Mitbewegung der Arme beim Gehen, kleinschrittigem Gang und kleiner werdender Schrift. Der A. liegt keine Lähmung oder Tonusstörung der Muskulatur zugrunde, vielmehr die Störung von Bewegungsautomatismen des zentralen Nervensystems.

aktivierende Pflege
Fördernde und aktivierende Behandlung von pflegeabhängigen Patienten in der täglichen Versorgung.

akustisch
Reizaufnahme über die Hörbahn einschließlich des Ohres.

Akutes Abdomen
Plötzlich einsetzende und sich schnell verschlechternde Erkrankung der Bauchhöhle mit Schmerzen und zunehmender Bauchdeckenspannung, die aufgrund der lebensbedrohlichen Situation immer schnelles ärztliches Eingreifen erfordert.

Amimie
Verlust oder Verarmung des Mienenspiels. Das Gesicht wirkt durch starre Mimik maskenartig.

Amnesie
Zeitlich begrenzte Erinnerungslücke.

Analeptika
Das Zentralnervensystem anregende Mittel, die bei Versagen von Atmung und Kreislauf eingesetzt werden.

Anamnese
Das Erfragen der Lebensgeschichte eines Patienten oder der Vorgeschichte einer Krankheit durch den Arzt, Psychlogen oder Berater.

Aneurysma
Oftmals dünnwandige Gefäßerweiterung, die platzen und zu einer Gehirnblutung führen kann.

Angiographie
Kontrastmitteldarstellung der Hirngefäße zur Sichtbarmachung von Gefäßprozessen. Die Angiographie wird heute bei Patienten mit Kopfverletzungen nur noch selten durchgeführt. Für den Bereich der Schädelhirnverletzungen ist das risikoärmere Verfahren der Computertomographie an ihre Stelle getreten.

Angiom
Gefäßgeschwulst, Blutschwamm

Anopsie
(auch Hemianopsie)

Teilweiser oder Gesamtausfall des Gesichtsfeldes, überwiegend zu den Seiten hin.

Anosognosie
Unfähigkeit, krankhafte Störungen zu erkennen.

Antiepileptika
Medikamente gegen Krampfanfälle.

Antikonvulsiva
Krampfhemmende Arzneimittel, die die Erregbarkeit des Gehirns gegenüber krampfauslösenden Reizen herabsetzen.

Antispastika
Medikamente gegen eine durch Schäden von Gehirn bzw. Rückenmark bedingte Erhöhung der Muskelspannung

Apallisches Durchgangssyndrom
Häufig gebrauchter Sammelbegriff für Rückbildungsstadien des schweren Schädelhirntraumas mit Rückbildung motorischer und kognitiver Funktionen.

Apallisches Syndrom
Als apallisches Syndrom (persistierender vegetativer Zustand, akinetischer Mutismus, coma vigile) wird ein Krankheitsbild bezeichnet, bei dem ein Patient wach zu sein scheint, jedoch nicht in der Lage ist, mit seiner Umgebung bewußt Kontakt aufzunehmen. Man findet das apallische Syndrom am häufigsten nach schweren Schädelhirnverletzungen, jedoch auch nach anderen Formen der Hirnschädigung (z. B. Wiederbelebung, schwere Vergiftungen). Beim apallischen Syndrom öffnet der Patient nach einer Phase der Bewußtlosigkeit wieder die Augen, nimmt jedoch keinen Blickkontakt auf. Auch Kontaktaufnahme auf anderer Ebene ist nicht möglich. Die Augen fixieren vorgehaltene Dinge nicht oder nur manchmal. Es besteht oft eine Beuge- oder Streckspastik der Extremitäten, was im weiteren Verlauf zu Versteifungen an den betroffenen Gelenken führen kann. Der Schlaf - Wachrhythmus ist nach einer Übergangsphase wieder ungestört, die sonstigen vegetativen Funktionen wie Atmung und Kreislaufregulation sind erhalten. Nahrungsaufnahme ist nur über eine Sonde möglich. Das apallische Syndrom kann nach einer schweren Hirnschädigung eine Durchgangsform der Bewußtlosigkeit sein, aus dem der Patient zu einer weiteren Erholung fähig ist. Bei besonders schweren Hirnschäden stellt es aber auch in seltenen Fällen ein Endstadium dar, aus dem keine weitere Erholung möglich ist. Als Endstadium kann es bei guter Pflege häufig Jahre überlebt werden.

Aphasie
Sprachstörung infolge Verletzung, Blutung oder Mangeldurchblutung in einem umschriebenen Hirngebiet der dominanten Hirnhemisphäre. Äußert sich in einer Beeinträchtigung oder Aufhebung des sprachlichen Ausdruckvermögens und des Sprachverständnisses. globale A. = völliger Ausfall des Sprachverständnisses und der Sprachwiedergabe, motorische A. = gestörte Fähigkeit zur Sprachwiedergabe, sensorische A. = Einschränkung des Sprachverständnisses.

Apoplex
Veralteter Begriff für Schlaganfall durch Gefäßverschluß oder Hirnblutung.

Apraxie
Unfähigkeit, geordnete Handlungen durchzuführen, dies betrifft auch die Gesichts-, Sprech- und Kaumuskulatur.

Arachnoidea
Spinngewebshaut (zwischen Hirnoberfläche und harter Hirnhaut).

Arterielle Kanüle
Dünner Plastikschlauch von wenigen Zentimetern Länge, der über eine Punktion in eine Schlagader (zumeist des Armes oder Beines) eingeführt wird. Zweck dieser Kanüle ist die Entnahme von Blut, aus dem u.a. die Sauerstoffsättigung des Blutes und damit der Erfolg der Beatmungsbehandlung kontrolliert wird. Über eine Leitung ist die Arterielle Kanüle mit dem Monitorsystem verbunden, so daß über sie kontinuierlich der Blutdruck des Patienten gemessen werden kann.

Aspiration
Das Einatmen, auch Ansaugen flüssiger, fester oder gasförmiger Stoffe durch die Luftwege; erhöhte Gefahr der Aspiration bei Bewußtlosigkeit.

Assoziationsbahnen
Verbindungsleitungen, zwischen einzelnen Hirnregionen.

Ataxie
Koordinationsstörungen, überwiegend durch Schädigungen im Kleinhirn hervorgerufen, welche bei dem Betroffenen zur Unfähigkeit führen, zielgerichtete Bewegungen durchzuführen.

Athetose
Langsame, unwillkürliche und regellose Bewegungen der Gliedmaßen. Besonders rumpfferne Gelenke sind oft übermäßig gestreckt oder gebeugt.

Atonie
Erschlaffung, herabgesetzter Spannungszustand (Tonus) von Muskeln. Ursachen: Muskuläre Erschöpfung.

Atrophie
Allgemein Gewebsschwund, insbesondere aber Verschmächtigung der Muskulatur an Rumpf und Extremitäten, vor allem bei Schädigung peripherer Nerven und dadurch Lähmung, aber auch durch Schonung (Schonatrophie).

Aufmerksamkeit
Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Fähigkeit zur gleichzeitigen Aufnahme von Informationen und zur automatisierten und kontrollierten Bearbeitung.

Mirco. 7 Jahre. Schädelhirntrauma.




"Das schwere Schädelhirntrauma" Ein Ratgeber für Angehörige

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