Pflegen – da sein und nah sein

Neben der Diagnose, möglichen Operationen und Therapien trägt fachkundige Pflege schon in den ersten Stunden und Tagen nach einem erlittenen Schädelhirntrauma ganz wesentlich zur Genesung bei. Und auch später, wenn ein Patient z.B. noch im Koma liegt oder sich kaum bewegen und seine Wünsche noch nicht äußern kann, gehört einfühlsame Pflege mit zur bestmöglichen medizinischen Betreuung.

Dabei geht es nicht nur um die reine Versorgung des Patienten wie z.B. die die Hilfe beim Essen oder die Körperpflege. Gute Pflege soll den schädelhirnverletzten Patienten zu größtmöglicher Selbstständigkeit führen. Der Pflegende muss deshalb jeden Tag neu wahrnemen, was der Patient kann, und diese vorhandenen Kräfte gezielt unterstützen.

Im Krankenhaus bei der Pflege helfen

Angehörige fühlen sich oft völlig hilflos, besonders wenn ein schädelhirnverletzter Mensch im Krankenhaus kaum ansprechbar ist oder sich nicht äußern kann. Wie können sie helfen? Inzwischen weiß man, dass Patienten, die an einem Syndrom reaktionsloser Wachheit – umgangssprachlich "Wachkoma" – leiden, die Nähe und Zuwendung des Angehörigen spüren und die vertraute Stimme ihnen Sicherheit gibt. Dieses Dasein fördert die Genesung. Angehörige kennen den Patienten gut, sie können ihn "lesen". Dadurch wissen sie oft besser als andere Personen, was ihm gut tut. So ist es sinnvoll, wenn Angehörige nach fachlicher Anleitung kleinere Pflegeaufgaben übernehmen. Dazu gehören z.B. Teilbereiche der Körperpflege oder das sogenannte "Handausstreichen" bei Patienten mit stark verkrampften Händen.

Stärkung für pflegende Angehörige

Angehörige schädelhirnverletzter Menschen stehen vor der Situation, dass ein Familienmitglied zum Pflegefall geworden ist oder im Alltag besonders intensive Betreuung benötigt. Eine riesige Herausforderung, die die Familienmitglieder oft an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringt.

Um den pflegenden Angehörigen wirksam zu helfen, bietet die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung seit 15 Jahren in Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und dem Verband der Ersatzkassen regelmäßig dreitägige kostenlose Pflegeseminare an. Eine erfahrene Pflegekraft gibt dabei in Fachvorträgen Informationen und Tipps zur Pflege, Betreuung, sozialrechtlichen Ansprüchen und psychosoziale Hilfestellung zum eigenen Gesundbleiben. Diese Seminare sind nur mit Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender möglich.

Pflegeforschung – mehr Wissen zum Wohle der Patienten

Besonders in der Versorgung schädelhirnverletzter Menschen leistet einfühlsame professionelle Pflege einen wichtigen Beitrag. Auch in der Pflege sollen deshalb – wie in der Diagnostik und Therapie – stets die wirkungsvollsten Methoden eingesetzt werden. Das 1995 an der Universität Witten/Herdecke gegründete Department für Pflegewissenschaften forscht deshalb engagiert. Ziel ist es, das Fachwissen zur Pflege stetig zu erweitern und an die privat pflegenden Angehörigen oder beruflich Pflegenden weiterzugeben, damit es den Patienten zugutekommt.

Wie Angehörige bestmöglich von Pflegepersonen auf der Intensivstation unterstützt und einbezogen werden können, erforscht auch Jan Röttgers, Studierender der Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke und Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer neurologischen Station. Um schädelhirnverletzten Menschen auch künftig gute Pflege nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen zu können, förderte die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung die Forschung – wie z.B. mit einem Stipendium für die Forschungsarbeit von Jan Röttgers.

Helfen auch Sie mit Ihrer Spende!

Spendenkonto Sparkasse KölnBonn
IBAN DE31 3705 0198 0030 0038 00
BIC COLSDE33

Hier können Sie direkt online spenden